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Ella

Real Case — eigenständig entwickelt, live, fest in der Hauptnavigation verankert
Problem

Über mehrere Jahre ist bei Praxis Liebenswert eine umfangreiche Wissensbibliothek entstanden — aktuell rund 450 Fachartikel zu Frauengesundheit, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahren und Nervensystemregulation. Diese Größe ist wertvoll und zugleich ein eigenes Problem: Je mehr Inhalt vorhanden ist, desto schwerer wird es, das eine Richtige darin zu finden.

Warum das relevant ist

Die naheliegende Antwort auf „zu viel Inhalt" ist meist: bessere Kategorien, bessere Suche, mehr Filter. Das löst aber nicht das eigentliche Problem. Eine Nutzerin denkt nicht in den Kategorien einer Redaktion. Sie denkt in ihrer eigenen Situation. Klassische Navigation beantwortet die Frage „wonach suchst du" — nicht „wie geht es dir gerade".

Meine Analyse

Die zentrale Frage, die hinter dem Wachstum der Bibliothek steht: Aus einer großen bestehenden Informationsmenge entsteht die Frage, welche Information für diese Person in ihrer konkreten Situation jetzt relevant ist. Information ist reichlich vorhanden — ob eine Nutzerin darin Orientierung findet, ist eine eigenständige, davon unabhängige Frage.

Designentscheidung

Daraus entstand Ella: kein weiteres Suchfeld, sondern ein zustandsbasierter Navigator. Die Nutzerin beschreibt, wie es ihr gerade geht — „Sag Ella, wie es dir geht, sie zeigt dir einen ruhigen ersten Schritt" — Ella leitet daraus einen passenden ersten Schritt durch die Bibliothek ab, statt eine Trefferliste zurückzugeben. Ausdrücklich ohne Coaching, ohne Therapie, ohne Diagnose.

Was entstand

Umsetzung: Ein live nutzbares Navigationssystem, fest in der Hauptnavigation der Website verankert — keine Nebenfunktion, sondern gleichrangig neben Redaktion und Praxisprojekten positioniert. Dahinter steht eine redaktionelle Taxonomie, die die rund 450 Artikel nach Situationen statt nach Themen ordnet.

Beobachtbares Ergebnis: Ella ist live, für alle Besucherinnen sichtbar in der Hauptnavigation, und ordnet die mittlerweile rund 450 Artikel nach Situationen statt nach Themenkategorien.

Noch nicht gemessene Wirkung: Ob und wie stark Ella selbst die Orientierung gegenüber klassischer Navigation verbessert, ist nicht separat gemessen und wird hier nicht behauptet. Die Reichweite der Gesamtplattform wird bewusst nicht als Beleg herangezogen, da sie nichts über die Wirksamkeit der Navigationslogik selbst aussagt.

Was dieser Case über meine Kompetenz zeigt
  • Informationsarchitektur in großem Maßstab — redaktionelle Bibliotheken, die über Jahre wachsen
  • Entwicklung von Entscheidungslogik statt klassischer Kategorien- oder Suchnavigation
  • Redaktionelle und technische Umsetzung aus einer Hand
  • Sauberer Umgang mit dem Unterschied zwischen „die Plattform wächst" und „dieses Feature wirkt nachweislich"
Übertragbarkeit auf Organisationen

Jede Organisation mit einer wachsenden Informationsbasis — Krankenkassen-Portale, Verlage, Patientenorganisationen, Versorgungsnetzwerke — kennt den Punkt, an dem mehr Inhalt nicht mehr automatisch mehr Nutzen bedeutet. Die Methodik hinter Ella — Situation vor Kategorie — lässt sich auf solche Bibliotheken übertragen.