Fünf Fragen, die jede Arbeit an Orientierungssystemen bestimmen.
Ich beginne nie mit der Frage: Was fehlt an Information? Ich beginne mit: Wer liest das, in welchem Zustand, und was muss diese Person in den nächsten fünf Minuten wissen, um den nächsten Schritt zu gehen? Diese Verschiebung – von „Was wissen wir?“ zu „Was braucht jemand jetzt?“ – ist der Unterschied zwischen einem Fachartikel und einer Orientierungshilfe.
Ich sortiere nicht nach Themen, sondern nach Zuständen und Entscheidungspunkten. Ein Mensch in einer akuten Krise braucht eine andere Reihenfolge von Information als jemand, der sich vorbereitet. Struktur ist für mich kein Inhaltsverzeichnis, sondern eine Abfolge von Erleichterungen: Was muss zuerst geklärt sein, damit das Nächste überhaupt aufgenommen werden kann?
Ich lese Inhalte selten daraufhin, ob sie fachlich korrekt sind – das setze ich voraus. Ich lese sie daraufhin, ob eine Person am Ende weiß, was sie als Nächstes tun soll. Diese Lücke ist oft an einer sehr konkreten Stelle spürbar: dort, wo ein Text aufhört zu erklären und anfängt vorauszusetzen.
Eine Suchanfrage ist selten die eigentliche Frage. „Kaiserschnitt Erholung“ kann Neugier bedeuten, Angst, medizinische Vorbereitung oder das Bedürfnis, sich mit einer bereits gemachten Erfahrung nicht allein zu fühlen. Ich arbeite mit der Annahme, dass hinter jeder Suchanfrage ein emotionaler Zustand steht, der mitbeantwortet werden muss – nicht nur die Sachfrage.
Ich nutze KI als Recherche-, Struktur- und Übersetzungswerkzeug – für schnellere erste Entwürfe, für die Prüfung von Entity-Klarheit und Schema-Struktur, für die Vorbereitung internationaler Recherche. Ich nutze sie nicht als Ersatz für redaktionelles Urteilsvermögen, für fachliche Rückkopplung oder für die emotionale Einschätzung, wie eine Information bei einer bestimmten Zielgruppe ankommt. KI ist ein Werkzeug in meiner Arbeit. Sie ist nicht das, was ich verkaufe.
Sehen, wie diese Denkweise zu vier dokumentierten Frameworks wurde?