Schwangerschafts- & Babylotse Eberbach
Real Case — eigenständig entwickelt, live und öffentlich nutzbarEberbach hat keine eigene Geburtsstation. Trotzdem gibt es für Schwangere, werdende Eltern und junge Familien in der Stadt und Region eine ganze Reihe an Angeboten — Hebammen, Beratungsstellen, Kurse, Anlaufstellen. Nur liegen diese Angebote bei unterschiedlichen Trägern, mit unterschiedlicher Zuständigkeit und unterschiedlicher Auffindbarkeit.
Das eigentliche Problem ist nicht Informationsmangel, sondern ein Standardmuster kommunaler und regionaler Versorgung: Angebote entstehen über Jahre dezentral, jede Institution kommuniziert für sich. Für eine schwangere Frau oder frisch gewordene Eltern ergibt sich daraus keine Versorgungslandkarte, sondern ein Flickenteppich — den sie in einer ohnehin belasteten Lebensphase selbst zusammensetzen müssten.
Ich habe die vorhandene Angebotslandschaft nicht als Verzeichnis behandelt, sondern als Orientierungsproblem: nicht „was gibt es alles", sondern „was davon betrifft mich gerade, in meiner Situation". Die entscheidende Verschiebung war weg von einer Zuständigkeitslogik — wer bietet was an — hin zu einer Nutzerlogik: was wird jetzt gebraucht.
Daraus entstand ein situationsbasiertes Orientierungssystem statt einer weiteren Angebotsliste: Die Nutzerin beschreibt ihre Situation, das System leitet daraus die dafür relevanten nächsten Schritte ab — kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Umweg über die interne Struktur der beteiligten Institutionen.
Umsetzung: Alleinige Konzeption, Informationsarchitektur und technische Entwicklung des Tools.
Beobachtbares Ergebnis: Das Tool ist live und öffentlich nutzbar, kostenlos und ohne Anmeldung erreichbar.
Noch nicht gemessene Wirkung: Es liegen keine veröffentlichten Nutzungszahlen oder Wirksamkeitsdaten vor. Ob und wie stark das Tool die tatsächliche Orientierung verbessert, ist eine offene, noch zu erhebende Frage — kein behaupteter Fakt.
- Diagnose von Orientierungsproblemen auch dort, wo ausreichend Angebote vorhanden sind
- Informationsarchitektur für regionale, trägerübergreifende Versorgungsstrukturen
- Eigenständige Entwicklung von der Konzeption bis zur technischen Umsetzung
- Übersetzung komplexer Versorgungslogik in einfache, alltagstaugliche Sprache
Das Muster — viele Angebote, verteilte Zuständigkeit, fehlende Nutzerlogik — findet sich in vielen kommunalen, regionalen oder trägerübergreifenden Versorgungskontexten: Gesundheitsämtern, Krankenkassen-Präventionsnetzwerken, regionalen Versorgungsverbünden.