Persönlich
Woher kommt diese Perspektive?
Ein Essay von Bettina Müller-Farné
Wenn ich gefragt werde, warum ich genau das schreibe, was ich schreibe, kann ich keine einfache Antwort geben. Weil es keinen einzelnen Ausgangspunkt gibt.
Ich habe körperlich gearbeitet — mit dem direkten, handwerklichen Kontakt zu dem, was Menschen in ihren Körpern tragen, mit Körperwahrnehmung und der stillen Sprache körperlicher Regulation. Ich arbeite noch immer im deutschen Gesundheitswesen und habe dabei gelernt, wie das System von innen aussieht: wo es greift, wo es Lücken gibt, was in der Praxis ankommt — und was nicht. Ich habe mich fachlich intensiv mit dem beschäftigt, was Frauen in bestimmten Lebensphasen erleben: Kinderwunsch, Schwangerschaft, Wochenbett, Wechseljahre, Neurodiversität, Hochsensibilität. Als Mutter von drei Kindern ist vieles davon keine abstrakte Theorie. Und ich habe versucht zu verstehen, was nervensystemisch — im Sinne der Polyvagal-Theorie und anderer wissenschaftlicher Rahmungen — tatsächlich dahinter steckt.
Praxis Liebenswert ist kein Ergebnis eines Studiums. Es ist das Ergebnis vieler Jahre, in denen ich dieselbe Frage nicht losgelassen habe: Warum werden die Erfahrungen von Frauen in Übergängen so oft falsch eingeordnet — oder gar nicht?
Diese Plattform ist mein Versuch einer Antwort.
— Bettina Müller-Farné